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30. September 2026Auch mit einer Betreuungskraft im Haus bleiben pflegende Angehörige ein wichtiger Teil der Versorgung. Die Betreuungskraft übernimmt den Alltag, die Familie behält die Organisation, wichtige Entscheidungen und die persönliche Nähe. Wer das von Anfang an einplant, erlebt die Betreuung als echte Entlastung statt als Enttäuschung.
Viele Familien wünschen sich vor allem eines: endlich wieder durchatmen. Das ist berechtigt, und eine Betreuungskraft kann genau das möglich machen. Trotzdem hilft ein ehrlicher Blick darauf, was sich ändert und was bleibt. Die Rolle wandelt sich vom Selbermachen zum Begleiten.
Was die Betreuungskraft übernimmt
Eine im Haushalt lebende Betreuungskraft hilft im Alltag: Haushalt, Mahlzeiten, Gesellschaft, Begleitung und Unterstützung bei der Grundpflege. Medizinische Aufgaben gehören dagegen zu einem Pflegedienst, wie der Beitrag Darf eine Betreuungskraft medizinische Pflege übernehmen? erklärt. Alles, was darüber hinausgeht, bleibt in der Familie.
Diese Aufgaben bleiben bei pflegenden Angehörigen
Organisation und Entscheidungen. Arzttermine abstimmen, mit dem Pflegedienst sprechen, Anträge bei der Pflegekasse stellen, Rezepte besorgen lassen. Die Betreuungskraft kann begleiten, aber Entscheidungen über Behandlung, Geld und Verträge treffen Sie oder die bevollmächtigte Person.
Ansprechpartner für die Betreuungskraft. Gerade in den ersten Tagen braucht sie jemanden, der Abläufe erklärt, Fragen beantwortet und erreichbar ist. Am besten legen Sie eine feste Hauptansprechperson fest, statt dass sich mehrere Familienmitglieder abwechseln.
Der Rahmen im Haushalt. Ein eigenes Zimmer, Internetzugang, eine geregelte Haushaltskasse für Einkäufe und klare Absprachen zu Pausen und freier Zeit. Das klingt nebensächlich, entscheidet aber oft darüber, ob sich eine Betreuungskraft wohlfühlt und bleibt.
Freie Zeiten abdecken. Die Betreuungskraft hat Pausen und freie Stunden. Wenn Ihr Angehöriger in dieser Zeit nicht allein bleiben kann, braucht es jemanden aus der Familie, der Nachbarschaft oder einen Dienst. Wie Arbeits- und Ruhezeiten geregelt sind, lesen Sie im Beitrag zu den Arbeitszeiten in der 24-Stunden-Pflege.
Nähe und Beziehung. Keine Betreuungskraft ersetzt den Besuch der Tochter, das Telefonat mit dem Sohn oder den Sonntagskaffee mit den Enkeln. Oft wird diese Zeit sogar schöner, weil sie nicht mehr von Pflichten besetzt ist.
Plan B für den Ausfall. Wird die Betreuungskraft krank oder muss kurzfristig nach Hause, überbrückt meist die Familie die ersten Tage. Wie Sie dafür vorsorgen, zeigt der Beitrag Notfallplan für Betreuungsausfall.
Was die Pflegekasse von Ihnen erwartet
Wer Pflegegeld bezieht, muss regelmäßig einen Beratungsbesuch abrufen, je nach Pflegegrad halb- oder vierteljährlich (§ 37 Abs. 3 SGB XI). Diesen Termin organisieren Sie als Familie. Auch Veränderungen, etwa ein Krankenhausaufenthalt oder ein deutlich höherer Hilfebedarf, sollten Sie der Pflegekasse mitteilen. Kostenlose Pflegekurse für Angehörige bieten die Pflegekassen ebenfalls an (§ 45 SGB XI).
Pflegende Angehörige und die Rente
Ein Punkt wird oft übersehen: Pflegende Angehörige können über die Pflegekasse Rentenbeiträge erhalten. Voraussetzung ist laut Deutscher Rentenversicherung unter anderem ein Pflegeaufwand von mindestens zehn Stunden pro Woche, verteilt auf mindestens zwei Tage, bei Pflegegrad 2 oder höher und höchstens 30 Stunden Erwerbstätigkeit.
Übernimmt eine Betreuungskraft einen großen Teil der Hilfe, kann Ihr eigener Pflegeaufwand unter diese Grenze fallen. Klären Sie deshalb vor Beginn mit der Pflegekasse, ob und wie sich Ihre Absicherung verändert. Wer weiterhin regelmäßig selbst pflegt, etwa am Wochenende oder in den freien Zeiten der Betreuungskraft, kann die Voraussetzungen oft weiter erfüllen.
[PRAXISBEISPIEL: Wie sich die Rolle der Angehörigen nach dem Start der Betreuung verändert hat – echter, anonymisierter Fall oder Absatz löschen]
So teilen sich Familien die Aufgaben
Bewährt hat sich ein einfacher Wochenplan: Wer ist Hauptansprechperson? Wer übernimmt welche Termine? Wer ist an den freien Nachmittagen der Betreuungskraft da? Schreiben Sie das auf und hängen Sie es sichtbar auf. Das gibt auch der Betreuungskraft Sicherheit, weil sie weiß, an wen sie sich wenden kann.
Sprechen Sie außerdem offen über Grenzen. Nicht jedes Familienmitglied kann gleich viel leisten, und das ist in Ordnung. Wichtig ist nur, dass niemand stillschweigend alles allein trägt. In unserer kostenfreien Bedarfsanalyse gehen wir diese Fragen gemeinsam mit Ihnen durch.
Häufige Fragen von pflegenden Angehörigen
Muss ich noch selbst pflegen, wenn eine Betreuungskraft im Haus lebt?
Den Großteil der täglichen Hilfe übernimmt die Betreuungskraft. Sie bleiben aber für Organisation, Entscheidungen und die freien Zeiten der Betreuungskraft zuständig. Medizinische Aufgaben übernimmt ein Pflegedienst.
Wer ist Ansprechpartner für die Betreuungskraft?
Am besten eine feste Person aus der Familie, die gut erreichbar ist. Bei organisatorischen Fragen, Missverständnissen oder einem Wechsel stehen zusätzlich wir als Vermittler zur Seite.
Bekomme ich weiterhin Rentenbeiträge über die Pflegekasse?
Das hängt davon ab, ob Sie weiterhin mindestens zehn Stunden pro Woche an mindestens zwei Tagen selbst pflegen und die übrigen Voraussetzungen erfüllen. Klären Sie das vor Beginn der Betreuung mit Ihrer Pflegekasse.
Wer kümmert sich in den freien Zeiten der Betreuungskraft?
Das sollte vorab geregelt sein. Oft übernehmen Angehörige, Nachbarn oder ein stundenweiser Dienst diese Zeiten. Für Alltagshilfen lässt sich unter Umständen der Entlastungsbetrag der Pflegekasse nutzen.
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Mehr über Joanna Polujanska
Joanna Polujanska stammt aus Wrocław in Polen und ist gelernte Physiotherapeutin. Sie spricht Polnisch als Muttersprache und fließend Deutsch und ist dadurch zentrale Ansprechpartnerin sowohl für unsere Kooperationspartner in Polen als auch für die Betreuungskräfte im Netzwerk. Seit 2015 ist sie gemeinsam mit Detlef Luckhardt in der Pflegevermittlung tätig und verantwortet in der Geschäftsleitung des Unternehmens die pflegeFAIRmittler® Akquisition, Vertrieb und Kommunikation. Fachlich prüft sie unsere Beiträge auf sachliche Richtigkeit und aktualisiert regelmäßig Zahlen und Fakten.

